Bedürfnisorientiert leben Kennengelernt Sonst so

Interview 1 „Bedürfnisorientiert leben mit mehr als einem Kind – ist das möglich?“

attachment parenting zwei kinder

Ich selbst wurde oft mit der Aussage konfrontiert, dass es zwar ganz toll ist, was wir mit Nora machen – aber das beim zweiten Kind nicht mehr funktionieren würde. Angestachelt von dieser Aussage, wollte ich wissen, wie das Familien erleben, die bereits mit dem mindestens zweiten Kind leben. Ein Aufruf auf Instagram bescherte mir 2 Interviews – mit 2 Familien mit je 2 Kindern.Was Sie zum bedürfnisorientierten Leben mit 2 Kindern sagen, lest ihr in den beiden Interviews:

Hallo ihr Lieben, schön das ihr euch kurz für uns Zeit nehmt. Stellt euch doch mal bitte kurz vor?

Hallo, ich bin Katharina, 26 Jahre alt und lebe mit meinem Partner und den zwei Jungs (2,5 Jahre und 11 Monate) im Schwarzwald. Wir sind eine Patchworkfamilie, zu uns gehört noch ein Hund, eine Katze, drei Schlangen und eine Spinne.  Gerade erst haben wir uns mit den Schwiegereltern ein Haus gekauft. Bis April 2018 befinde ich mich noch in Elternzeit, ich mache ein Fernstudium für BWL und arbeite selbstständig als Fotografin.

Was bedeutet für euch bedürfnisorientiert zu leben?

Bedürfnisorientiert zu leben, heißt für uns nicht, dass alles erlaubt ist (damit wird es nämlich oft verwechselt) sondern, dass die Bedürfnisse aller gehört werden, so auch unsere Bedürfnisse als Eltern und Paar. Jedes Bedürfnis ist gleich wichtig und bekommt genauso viel Beachtung, heißt aber auch nicht, dass jedes Bedürfnis sofort erfüllt werden kann. Bei uns gibt es kein „das macht man nicht“ (wer ist eigentlich dieser man?) und es wird genau überlegt warum mal auch mal nein sagt. Ist es ein „nein“ aus Bequemlichkeit (ich will nicht das das Kind mit xy spielt weil es viel Arbeit ist, es wieder aufzuräumen) –  das gibt es bei uns nicht oder eben ein „nein“, weil etwas wirklich gefährlich ist (Straße etc.).

Mir wurde ganz oft gesagt: „Das ist ja schön, wie ihr das jetzt macht aber das wird so ab dem 2. Kind nicht mehr funktionieren!“ Hat man euch das auch gesagt und wie habt ihr damals (als ihr noch 1 Kind hattet) darauf reagiert?

Die Gegenfrage wäre wohl, warum es nicht mehr funktionieren würde? Ich denke, das diese Frage vor allem von Leuten kommt die bedürfnisorientiert leben, mit „das Kind darf alles machen“ verwechseln. Zum Glück haben wir diesen Spruch nie zu hören bekommen.

Nun seid ihr „schlauer“ – ihr lebt nun zu 5. Was ist anders gekommen in Bezug auf die Umsetzung einer bedürfnisorientierten Elternschaft?

Anders gekommen ist eigentlich nichts, da wir uns von Anfang an gesagt haben, wir lassen es auf uns zu kommen. Bei uns gibt es keinen Plan sondern wir lösen jede Situation individuell.

Gibt es auch Dinge, die jetzt gar nicht mehr so funktionieren? Wenn ja, was genau und wie löst ihr diese Situationen heute?

Das erste richtige Hindernis vor dem ich stand, war zum einen die Zeit die man nur mit einem Kind verbringt (wird meist gemacht, wenn der Kleinste schläft) und das Kinderturnen mit dem Großen. In der Schwangerschaft und „ersten Babyzeit“ war das kein Problem, aber umso mobiler der Kleine wurde, umso schwieriger wurde es. Während ich nun also mit dem Großen ganz alleine zum turnen gehe, kann der Kleinste die Oma ganz für sich beanspruchen 😉

Würdest du generell sagen, dass es mit 2 Kindern schwerer oder einfach nur anders geworden ist?

Der bedürfnisorientierte Weg ist nie der einfachere Weg, egal ob ein Kind oder fünf Kinder, daher macht es für mich keinen Unterschied. Umso mehr Kinder, umso mehr (unterschiedliche) Bedürfnisse wird es aber wohl geben, daher muss man hier öfters nach Lösungen suchen die für alle Zufriedenstellend sind.

Inwiefern hat sich jetzt die Rolle des Papas (Aufgaben etc.) geändert?

Seit wir zwei Kinder haben, muss er glaube schon mal mehr mit anpacken (Kinder bettfertig machen etc). Wenn natürlich gerade beide weinen übernimmt jeder ein Kind, tröstet und kuschelt – aber das macht er ja alles gerne.

Plant ihr ein weiteres Kind? Wenn ja, glaubst du, dass auch mit dem 3. und jedem weiteren Kind eine bedürfnisorientierte Elternschaft möglich / machbar ist?

Der Wunsch nach einer größeren Familie ist da, aber momentan sind wir komplett. Vielleicht gibt es irgendwann einen Nachzügler 🙂

Vielen Dank für eure Zeit. Es hat mich sehr gefreut, bei euch reinschnuppern zu dürfen.

Christin
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1 Kommentar

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    Interview 2: „Bedürfnisorientiert leben mit mehr als einem Kind – ist das möglich?“ | Unser kleines ich | Mama & Lifestyleblog
    3. November 2017 at 18:58

    […] Sie zum bedürfnisorientierten Leben mit 2 Kindern sagen, lest ihr in den beiden Interviews (zu Interview 1 gehts hier […]

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    Interview 1 „Bedürfnisorientiert leben mit mehr als einem Kind – ist das möglich?“

    von Christin Geschätzte Lesezeit: 3 min
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