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„Generation-Baby-Blöd“

Generation Baby blöd

Ein Baby kann nicht entscheiden was es essen will. Es kann nicht signalisieren, dass es mal muss. Es kann doch noch gar nicht kommunizieren und Sozialverhalten zeigen. Ein Kind kann nicht entscheiden, was anziehen möchte. Ein Kind ist noch gar nicht in der Lage in der Küche zu helfen. Nicht, nicht, nicht, nicht ….

Es rauscht in meinem Kopf – die Ohren klingeln. Ich beiße mir auf die Zunge, weil ich sonst Dinge sage, die ich sicher später bereue. Kennt ihr diese Eltern, die einfach immer und zu jeder Zeit der Meinung sind, dass Babys und Kleinkinder inkompetent – ja fast schon dumm möchte man sagen, seien?

Ich lerne sie kennen – täglich – im wahren Leben oder eben „auf Instagram“. Eltern, die jeden Schritt den ich tue negieren, ihn wertlos und unmöglich erscheinen lassen. Die zwar manchmal auch kritisch hinterfragen (ihr gutes Recht) aber nur um dann zu erwiedern: „Geht nicht“.

Woran liegt es, dass Kindern und Babys so viel Kompetenz abgesprochen wird (nach wie vor)? Man möchte meinen, die Menschheit ist auf dem richtigen Weg. Da wird gestillt, familiengebettet, getragen. Ihnen so viel Freiraum wie möglich zu geben und ihnen die Welt zu zeigen. Eben das, was wir seit 10 Monaten machen.

Und dann gibt es da eine Gruppe von Menschen, die schockiert ist, wenn ein Kind windelfrei, breifrei, nach Montessori, unerzogen – was auch immer- lebt. Nur, weil sie der Meinung sind, dass könne das Kind doch noch gar nicht oder „Also mein Kind hätte sich dafür nie begeistern können“. Das hört man oft in Zusammenhang mit Montessori-Situationen z.B. ein Kind hilft in der Küche.

Euer Kind kann nicht, weil ihr es nicht lasst.

 

Kinder haben einen natürlichen Drang zu erforschen, zu lernen und sich zu entwickeln

Kinder kommen auf die Welt. Vollkommen, perfekt und voller Wissbegier. Von Geburt an, treten Babys ganz aktiv in Verbindung und bauen eine Beziehung auf. Sie beobachten, spiegeln und machen uns nach. Sie zeigen uns ganz genau was sie wollen – anfänglich durch Körpersprache (Babys ist müde = reibt sich die Augen) – später durch Worte. Es liegt an uns, die Signale unseres Kindes zu verstehen. Und genau dieses Verstehen ebnet und sichert uns einen bedürfnisorientierten Weg mit unseren Kindern.

Ein Kind kann sich aber nur entfalten, wenn man es lässt. Gebe ich ihm nie die Möglichkeit etwas zu tun, wird es irgendwann resignieren und es nicht mehr versuchen. Habe ich mein Kind nie mit in die Küche genommen zum kochen und backen, wird es später sicher wenig Interesse zeigen, Arbeiten eigenständig zu übernehmen. Sofern wir also die richtige Umgebung schaffen, kann ein Kind „alles“ selbst entscheiden – trage ich mein Kind, kann es entscheiden {gucken oder schlafen}, praktiziere ich BLW kann mein Kind entscheiden, was es essen möchte usw.

Auf der einen Seite erkennen wir Ihnen die Kompetenz ab, ausdrücken zu können was sie möchten – andererseits unterstellen wir ihnen Mutwilligkeit, wenn sie mal trotzig motzen.

Ein „Du-kannst-nicht-Baby“ wird zu einem „Ich-kann-nicht-Kind“

Ich möchte mir nicht ausmalen, was aus einem Kind wird, welches permanent „Du kannst nicht“ und „Du darfst nicht“ hört. Wollen wir keine selbstbewussten Kinder, die voller Tatendrang in die Welt gehen – sich ausprobieren, selbstständig Probleme lösen aber natürlich auch mal scheitern – aber dann aus eigenem Antrieb heraus. Denn auch negative Ereignisse führen zu Lerneffekten.

Es-kann-nicht“ wohnt in der „Ich-will-nicht-Straße“.

Eigentlich kennt man diesen Ausspruch ,,Ich kann nicht….“ von Kindern. Sie können nicht, weil sie nicht wollen. Viele Eltern sind einfach nicht gewillt, die Umgebung so vorzubereiten, dass Kinder sich frei entfalten können, denn dies setzt eine viel intensivere Beschäftigung mit dem Kind voraus. Meine Tage bestehen nur daraus, Nora beim spielen zu beobachten, mit ihr zu spielen, sie zu unterstützen wenn sie Hilfe braucht. Der Rest kann warten.  Das heißt, sich komplett zurückzunehmen. Den Alltag an das Kind anzupassen – nicht das Kind an den Alltag.

Ja, dieser Weg ist ein stückweit aufwendiger als einen anderen zu gehen. Ja, und sicher ist der Alltag nicht immer leicht, birgt Hürden und es ist manchmal schwer – nicht immer lässt sich alles so gut umsetzen. Jedoch sollten wir nicht vergessen, dass wir uns bewusst für ein Kind entschieden haben und sollten diese Zeit bewusst als Familienzeit mit dem Kind nutzen – so gut es geht. Lernen wir die Signale unseres Kindes besser kennen, dann können wir konsequenter auf die Bedürfnisse unserer Kinder reagieren und ersparen uns viel Stress. Denn ich bin davon überzeugt, dass dieser Weg aus den Babys kompetente und selbstsichere Kinder macht.

 

Christin
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„Generation-Baby-Blöd“

von Christin Geschätzte Lesezeit: 3 min
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