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Ideen für ein montessori-gerechtes zu Hause

Montessori Wohnung

Im letzten Montessori Beitrag ging es um das „montessori-gerechte Kleinkindzimmer„. Da die Resonanz und das Interesse nach einer Fortsetzung so groß waren, kommt hier ein aufbauender Beitrag zum Thema Einrichtung. Viele hatten gefragt, wie denn der Rest der Wohnung entsprechend gestaltet werden könnte. Genau darauf möchte ich im heutigen Beitrag eingehen. Damit das ganze für euch schön übersichtlich ist, „gehe ich mit euch“ Raum für Raum durch. Wie schon beim letzten Beitrag blende ich euch einige Beispielbilder ein. Ich freue mich schon, euch dann bald das „Original“ zeigen zu können – also unsere Wohnungs- / Hausumsetzung. Solange müssen fremde Inspirationen reichen.

Um ein Zimmer bzw. eine Wohnung Montessori-gerecht einzurichten, muss man den Gedanken hinter Montessori verstehen. Nur dann erschließt sich einem, mit welchen Anliegen, man einrichtet.

Hilf mir, es selbst zu tun

Das ist der Leitspruch der Montessoripädagogik. Wenn man kurze Zeit darüber nachdenkt, wird eigentlich klar, wofür wir sorgen „müssen“. Nämlich dafür, die Umgebung so kindgerecht vorzubereiten, dass wir dem Kind die Möglichkeit schaffen, so viel wie möglich selbst zu probieren. Und wir müssen aufhören, zu denken, „Das kann das Kind doch eh nicht“. Ein Kind kann nur lernen, wenn man es probieren lässt und nur auf Nachfrage Hilfe zu leisten.

Eingangsbereich // Flur

Hier beginnt und endet jedes Ankommen zu Hause für jedes Familienmitglied – unweigerlich! Obwohl 🙂 *haha … ich könnte glatt auf dumme Gedanken kommen. Gerade im Winter spielt sich im Flur viel ab. Wir ziehen uns die Schuhe an und müssen uns dick in Jacke, Mütze, Handschuhe und Schal einpacken. Um den Kleinen schon frühzeitig die Möglichkeit zu geben dies selbst zu tun, kann man schon hier vorbereitend eingreifen.

Schafft einen Sitzplatz auf dem es sich als kleiner Mensch gut sitzen lässt und man problemlos Schuhe binden kann. Die Jacke des Kindes sollte ebenfalls in Griffhöhe sein – dies kann man durch eigene kleine Garderobenhaken umsetzen. Schal, Mütze und Handschuhe kann man in einem Korb aufbewahren. Wenn man ausreichend Platz zur Verfügung hat, kann man hier vielleicht sogar einen kleinen Tisch platzieren, auf dem all die Gegenstände griffbereit für das Kind liegen.

Wenn es euch möglich ist, stellt dem Kind mehrere Kleidungsstücke (natürlich immer passend zum Wetter) zur Verfügung. So darf das Kind selbst entscheiden, ob es heute die rote oder die blaue Jacke anziehen möchte. Das gibt dem Kind ein gutes, selbstständiges Gefühl.

Das einzige was man jetzt noch tun muss, ist dem Kind die notwendige Zeit einzuräumen, diesen Prozess auch alleine bewältigen zu können!

Wohnzimmer

Hier spielt sich recht viel im Familienleben ab – man schaut Abends fern, sitzt zusammen und spielt etwas oder lümmelt einfach mal auf der Couch. Für Kinder ist es schön, in Reich- (Ruf-) weite der Eltern zu spielen – eigentlich verständlich. Man kann dem Kind im Wohnzimmer eine kleine Spielecke einrichten und ausgewählte Spielsachen zur Verfügung stellen. Abgerundet kann das Angebot durch einen eigenen Spielteppich oder eine Spielmatte. Dies kann man auch direkt nutzen, um mit dem Kind das gemeinsame aufräumen nach dem Spielen zu üben. Jeden Abend vor dem zu Bett gehen wird der Spielbereich wieder aufgeräumt und sortiert. Hierfür eignet sich ein kleines Regal mit Körben, um die Spielsachen zu strukturieren und bereitzustellen.

Küche

Für viele Kleinkinder ist das der Tabubereich in der Wohnung. Es lauern ja sooo viele Gefahren … der heiße Herd, meist sehr viele Schubladen und Fächer usw. Aber gerade die Küche bietet so viele tolle Möglichkeiten dem Kind selbstständig gewissen Arbeiten auszuführen. Auch hier kann man einen eigenen kleinen Arbeitsbereich schaffen, eigene Küchenarbeitsmittel zur Verfügung stellen z.B. Schäler, Wellenschneider und Teigroller. In einer eigenen gut erreichbaren Schublade können das eigene Besteck und Geschirr aufbewahrt werden. So kann sich das Kind jederzeit selbst bedienen. Ebenso ist hier Platz für einen eigenen Besen und ein Kehrblech.

Ein weiteres beliebtes Mittel, um das Kind so viel wie möglich am Familienleben teilhaben zu lassen ist ein Lernturm. Dieser ermöglicht Kindern sicher an der Küchenarbeitsplatte zu stehen und zu beobachten und helfen, wenn man sie denn lässt.

Bad

Was gibt es tolleres als all das nachmachen zu können, was Mama und Papa auch tun? Um das Bad kinderfreundlich zu gestalten braucht es gar nicht viel. Und damit meine ich nicht den Tritthocker für WC und Waschbecken. Montessori sieht für die Mäuse einen eigenen kleinen Waschtisch vor, der all das besitzt, was Mama und Papa auch haben. Hier findet man ein improvisiertes Waschbecken, Spiegel, Haarbürste, Handtuch, Seife und Schwämme.

Es gibt 2 einfache Wege, so einen Waschtisch umzusetzen.

  1. In einen Holzstuhl eine runde Ausparung sägen und eine Emailleschüssel als Waschbecken einsetzen. Dann stellt man dem Kind noch eine Kanne zur Verfügung und alle anderen erwähnten Materialien. Den Spiegel kann man ganz einfach an der Stuhllehne anbringen.
  2. Einen niedrigen Tisch. Welche Produkte sich hierfür genau eignen und was der Möbelschwede damit zu tun hat, erkläre ich euch in einem separaten Beitrag.

Details im Kinderzimmer

Im letzten Beitrag hatten wir bereits das Kinderzimmer – natürlich kann man hier noch viel mehr in’s Detail gehen und dafür sorgen, dass Kleidungsstücke für das Kind erreichbar sind – ggf. per Symbole (Hosen, Pullover) so strukturiert, dass es sich leichter zurechtfindet.

Ein riesiges Thema bei der Einrichtungsgestaltung sind Körbe und Boxen. Hier werden ganz bewusst Spielsachen separiert und angeboten. So kann sich das Kind leichter orientieren und hat die Möglichkeit, nach dem spielen Ordnung zu schaffen. Wie man die Boxen kindergerecht gestalten kann, findet ihr z.B. in einem Beitrag von Mamahoch2. Das ist wirklich eine tolle Idee und jedes Kind versteht es.

Ganz wichtig finde ich es, dass Zimmer in die im letzten Beitrag erwähnten Bereiche zu teilen – also schlafen, spielen und entdecken. So schafft man Ruheoasen und Bereiche in denen entdeckt, gespielt und getobt werden darf. Hilfreich ist es, dem Kind immer nur eine bestimmte Auswahl an Spielzeugen zur Verfügung zu stellen. Nie alles. Man kann zwischenzeitlich Spielzeuge ausrangieren (aufgrund des Kindesalters) oder aber auch nur zeitweise entfernen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder anbieten. Das macht Spielzeuge wieder interessant und in der Zwischenzeit hat das Kind genug Möglichkeit, sich ganz intensiv mit den einzelnen Spielsachen auseinander zu setzen. Oftmals entdeckt man bei Kindern, denen eine Vielzahl von Spielsachen zur Verfügung stehen fehlende Aufmerksamkeit. Sie können sich kaum richtig auf eine bestimmte Sache konzentieren. Das kann Ausdruck einer Reizüberflutung sein. In folgenden Beiträgen werde ich auch nochmal auf diverse Spiel- und Bastelmöglichkeiten eingehen.

Und wie ist das bei euch?

Habt ihr bereits eigene Bereiche in der Wohnung geschaffen, wo sich euer Kind selbstständig verwirklichen kann? Welche Bereiche habt ihr vielleicht in Planung?

P:S: In den nächsten Beiträgen schauen wir uns gemeinsam geeignetes Kinderspielzeug an und ich möchte etwas genauer auf die Pädagogik hinter Montessori eingehen.

Christin

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1 Kommentar

  • Reply
    Was steckt hinter Montessori? | Unser kleines ich | Mama & Lifestyleblog
    19. Juli 2017 at 12:01

    […] dass das Kind sich frei entfalten darf. Dies kann man über die Tipps und Ideen meiner letzten Beiträge […]

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    Ideen für ein montessori-gerechtes zu Hause

    von Christin Geschätzte Lesezeit: 6 min
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