Kennengelernt Tragen

Interview mit Peggy, Trageberaterin

Peggys Tragewelt

Hallo Peggy, schön dass du dir für ein paar Fragen im Rahmen meiner Blogkategorie ,,Vorgestellt“ Zeit nimmst – das freut mich!

 

Möchtest du dich vielleicht kurz vorstellen? Wo und mit wem lebst du

Ich heiße Peggy Maria und werde im November 27 Jahre alt. Meine Kindheit verbrachte ich mit meiner Mutter und geliebten Oma (leider 2014 verstorben) in der Oberlausitz. 2008 zog ich von Zuhause aus, machte meine Ausbildung zur examinierten Gesundheits- und Krankenpflegerin. Diese habe ich 2011 abgeschlossen und arbeitete ein halbes Jahr in Dresden. Durch meinen Freund, welchen ich kurz vor meinem Arbeitsbeginn in Dresden kennenlernte, zog ich Anfang 2012 wieder zurück in meine Heimat. Nun leben wir zusammen seit 2012 in einer 3-Raum Wohnung in Ostritz. Die letzten Tage in der Wohnung sind gezählt, da wir bald in unser Haus umziehen werden. Außerdem lebt seit 2015 ein Kind mit im Haushalt. Unser Sohn wurde am 29.04.2015 als spätes Frühchen geboren, aber ihm geht es gut und ist fit.

 

Du bist ausgebildete Trageberaterin. Was hat  dich bewogen die Ausbildung zu machen und wie lange machst du das jetzt schon?

Als ich mit unserem Sohn schwanger wurde habe ich mich mit dem Tragen befasst. Ich bin allgemein ein Mensch, der sich immer selber mit Themen befasst, wenn mich etwas interessiert. Vorerst habe ich immer gesagt, dass ich kein Tragetuch möchte, weil es sicher umständlich und kompliziert ist. Umso mehr ich mich damit befasste, desto mehr legte sich die Unsicherheit. So bekam ich von einer Freundin ein gebrauchtes Tuch – ein Amazonas. Es war schön weich und war gespannt wie es sich mit Baby tragen wird. Leider habe ich mich nicht vorher mit der Bindetechnik befasst, aber meine Hebamme ist Trageberaterin und hat es mir dann gezeigt. Unser Söhnchen wurde größer und größer. Mein Wissen zum Tragen wurde mehr und verschiedene Tragen und Tücher zogen ein wie z.B. HopTye, noch ein Amazonas Tragetuch, Manduca, Emei, Kokadi TaiTai, Sling von Storchenwiege, ein elastisches Tuch, weitere gewebte Tücher von Natibaby und Kokadi.
Im Januar 2016 meinte mein Freund mal, dass ich doch Trageberaterin werden könne. Ich dachte erst, dass er dies nicht ernst meint. Aber er meinte es ernst und ich recherchierte nach Trageschulen. So kam ich zur Trageschule Dresden und meldete mich für den Grundkurs vom 29.8.- 31.8.an. Ein Gewerbe habe ich bereits im Mai 2016 angemeldet und auch Tragen verkauft. Im August fuhren wir alle drei nach Dresden zu dem Kurs, welchen Ulrike Höwer leitet. Dieser Kurs war wirklich schön gemacht, aber das Programm natürlich straff. Mit Essen und Trinken wurden alle Teilnehmer versorgt. Es war jedenfalls toll gemacht.

 

Wie und wo übst du deinen Beruf aus?

Ich mache Veranstaltungen in einer Hebammenpraxis sowie natürlich Beratungen bei den Kunden und wenn es gewünscht wird auch bei mir Zuhause.

 

Wieso sollte man nicht einfach so eine Trage kaufen – sondern sich vorher eine Trageberater/-in suchen?

Eine Trageberatung ist wirklich empfehlenswert. Viele haben noch gar kein Wissen zur Thematik. Eine Beratung beugt Fehlkäufe vor. In der Beratung können Tragen und Tücher getestet und ggf.geliehen werden. So findet jeder das Passende. Natürlich wird auch das richtige Tragen beigebracht – sprich die Kunden lernen die Physiologie damit das Kind die richtige Haltung im Tuch/ Trage einnimmt. Dazu müssen sie natürlich wissen auf was es ankommt.

 

Erzähl doch mal wie das bei dir so abläuft wenn man sich beraten lassen möchte?

Die Kunden melden sich bei mir oder über die Hebammenpraxis. Jede Trageberatung ist individuell, da man die Eltern da „abholt“ wo sie stehen. Als Richtwert kann man sagen, dass den Eltern etwas Theorie zum Tragen (z.B.Haltung, Urinstinkt des Tragens,…) beigebracht wird und danach werden Tragen/ Tücher getestet und geübt, sodass Eltern diese richtig handhaben können. Bei Bedarf können Eltern Tragen und auch Tücher bei mir erwerben. Die Kunden können mich immer kontaktieren, ggf.erfolgt eine Nachberatung.

 

Haben sich das Interesse und die Toleranz gegenüber Tragetüchern, Tragehilfen und Tragen innerhalb der letzten Jahre verändert?

Ich finde schon, dass mehr Eltern tragen als noch vor 10 Jahren. Dennoch ist es hier mehr verbreitet einen Kinderwagen zu schieben. Wenn man etliche Jahre zurückschaut, dann hört man zum Großteil nur von Kinderwagen, Stubenwagen und Wiege, aber kaum etwas vom Tragen. Es ist aber schön, dass der Trend zum Tragen geht und auch Papas oder andere Familienangehörige das Baby tragen.
Ich selber habe unseren Sohn das ganze erste Jahr fast ausschließlich getragen.

 

Wie sieht es mit Papas aus? Kommen Paare gemeinsam zu deiner Beratung oder ist das Thema Tragen bei Männern noch nicht so wirklich angekommen?

Es sind auch Papa oder andere Familienmitglieder bei der Beratung dabei. Letztens kontaktierte mich die Tante der Traglinge. Man sieht, dass das Tragen nicht nur auf Mamas beschränkt ist.

 

Kann ich schon vor der Geburt zu dir kommen oder lohnt sich das erst mit dem eigenen Kind?

Die Kunden können auch schon in der Schwangerschaft zu mir kommen um einen Überblick zu bekommen. Das Thema Tragen ist so groß, sodass ein Laie wahnsinnig viel Zeit aufbringen müsste um halbwegs durchzusehen. Die richtige Anpassung erfolgt idealerweise mit Baby, aber immerhin muss man nicht beim „Urschleim“ anfangen.

 

Du bist ja selbst Mami – was kannst du werdenden Mamas (mal abgesehen von der Trageberatung) mit auf den Weg geben?

Ja ich bin selber Mama, ab nächstes Jahr zweifache Mama. Ich habe in meiner bisherigen Mama Karriere mitbekommen, dass man vieles hinterfragen sollte. Egal ob es Meinungen von Kinderärzten betrifft, Babynahrung, Babyartikel,… Am besten man hört auf sein Herz und bildet sich ein wenig weiter. Das Buch Babyjahre ist sehr gut und auf einem aktuellen Stand.  Und das Beste bleibt natürlich die Liebe, Zuneigung und Freude an und mit den kleinen Zwergen 🙂

 

Liebe Peggy, danke für deine Zeit.

 

Last but not least: Wie kann man dich denn kontaktieren, wenn man Interesse an einer Trageberatung in der Region Görlitz hat?

Man kann mich über meine Homepage, meine Handynummer 0162 – 480 112 6, über Facebook „Peggys Tragewelt“ und E-Mail kontaktieren. Ich bin im Kreis Görlitz tätig, speziell Kreis Zittau/Görlitz (PLZ 02…). Auf Anfrage fahre ich auch weitere Strecken.

Christin
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1 Kommentar

  • Reply
    Ammenmärchen übers Tragen von Babys | Unser kleines ich
    18. Oktober 2017 at 20:03

    […] Wer mehr zu dem Thema lesen möchte kann sich hier gerne Interviews mit Trageberaterinnen durchlesen z. B. mit Katharina oder Peggy. […]

  • Leave a Reply

    Interview mit Peggy, Trageberaterin

    von Christin Geschätzte Lesezeit: 4 min
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