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Wo finden wir die passende Hebamme für uns?

Die richtige Hebamme finden | Unser kleines ich

Du hast deinen positiven Schwangerschaftstest in der Hand oder vielleicht schon den ersten Termin beim Frauenarzt gehabt und stellst dir jetzt die Frage, wie es weitergeht? Ein guter erster Schritt wäre die Suche nach einer Hebamme. Leider sind wir in der misslichen Situation (Unterversorgung mit Hebammen aufgrund der Haftpflichtproblematik), dass wir uns auch Recht schnell mit der Geburt unseres Bauchbewohners auseinandersetzen sollten, um eine stressfreie Schwangerschaft zu genießen. Je nachdem wie und wo du dein Kind gebären möchtest ist es empfehlenswert direkt in der Frühschwangerschaft mit der Suche zu beginnen. Wir sagen dir, worauf du achten solltest und welche Unterschiede es gibt.

 

Ab wann sollte man sich eine Hebamme suchen?

Gerade in der Frühschwangerschaft kann es schon zu den ersten Beschwerden kommen – daher ist es überhaupt kein Problem, sich schon recht früh (mit positiven Schwangerschaftstest) um eine Hebamme zu bemühen. Du hättest von Anfang an eine Ansprechperson für physische und psychische Wehwehchen. Darüber hinaus stärkt eine lange Betreuungszeit über die Zeit der Schwangerschaft hinweg das Vertrauen und kann natürlich auch die Geburt entspannter machen.

 

Wo kann ich nach einer Hebamme suchen?

Für die Suche nach einer geeigneten Hebamme gibt es gleich mehrere Anlaufstellen. Am besten schaust du dich im Internet in deiner Region um. Viele Hebammen haben eigene Websiten oder zumindest einen Google Maps Eintrag. Hier wirst du sicherlich schnell fündig. U.a. gibt es ein Portal für die Hebammensuche www.hebammensuche.de. Hier kannst du gezielt in deiner Region oder nach Tätigkeitsschwerpunkten (darauf gehe ich weiter unten ein) suchen. Allgemeine Informationen dazu findest du beim Verbund deutscher Hebammen: zur Website.

Eine weitere Möglichkeit sind Portale zur Empfehlung von Ärzten und medizinischem Personal wie z.B. Jameda. Dort findest du ebenfalls für deine Region eingetragene Hebammen – oft sogar mit Bewertungen von anderen Müttern.

Habt ihr bereits einen Frauenarzt besucht oder Bekannte, die in euren Region entbunden haben? Dann holt euch doch hier eine Empfehlung. Empfehlungen von Freunden und der Familie sind meist verlässlicher als Internetbewertungen.

 

Die erste Kontaktaufnahme

Nachdem ihr euch vielleicht 2-3 Hebammen rausgesucht habt, geht es an die Kontaktaufnahme. Meist empfiehlt sich hier ein direkter Anruf – das geht schnell und man bekommt am Telefon schon einen ersten Eindruck. Oftmals wird hier telefonisch gefragt, wann die Geburt stattfindet und es wird ein Kennenlerngespräch vereinbart. Hier kann man sich genau beschnuppern. Schließlich ist die Schwangerschaft und die Geburt eine sehr intime Erfahrung – hier sollte die Chemie zwischen dir und der Hebamme einfach passen. Sollte die Chemie nicht stimmen, sollte man das ganz offen kommunizieren. Achtung! Die meisten Krankenkassen zahlen nur ein Vorgespräch. Jedes weitere Gespräch musst du aus eigener Tasche zahlen. Daher lohnt es sich vorab ein Telefonat zu führen, um zu schauen ob der erste Eindruck passt.

Beim Vorgespräch kontrolliert die Hebamme ggf. deinen Mutterpass, tastet deinen Bauch ab und redet mit dir über Beschwerden, Ängste und Sorgen (so ähnlich laufen dann auch  später die Vorsorgetermine ab).

 

Welche Fragen könnte ich der Hebamme stellen?

  • Wie lange bist du schon Hebamme?
  • Wie läuft die Betreuung bei dir ab?
  • Wie stehst du zu Geburten im Geburtshaus, Wunschkaiserschnitt etc.?
  • Wie kann ich dich während der Schwangerschaft erreichen?
  • Was passiert wenn du mal krank bist?
  • Bietest du Extraleistungen wie Akupunktur, Geburtsvorbereitungskurse etc. an?
  • Wie sieht deine Nachsorgebetreuung aus?

 

Hebamme ist nicht gleich Hebamme

Nicht jede Hebamme darf und macht alles. Es gibt verschiedene Tätigkeitsschwerpunkte, über die dich die Hebamme informieren sollte:

 

Vorsorge

  • nur beim Arzt
  • nur bei der Hebamme
  • abwechselnde Betreuung

 

Geburt

  • keine feste Hebamme (diensthabende Hebammen übernehmen die Geburt – keine 1:1 Betreuung)
  • Beleghebamme (1:1 Betreuung im Krankenhaus)
  • Hausgeburt mit einer Hebamme (Achtung! Nicht jede Hebamme bietet HG an)
  • Geburtshaus mit eigenen Hebammen (meist 1:1, oder 2:1 Betreuung)

 

Nachsorge / Wochenbettbetreuung

  • Betreuung durch eine freiberufliche Hebamme bei dir zuhause
  • Betreuung durch die Hebammen des Geburtshauses bei dir zuhause

 

Kurse und weitere Leistungsschwerpunkte

  • Geburtsvorbereitungskurs (nur Frauen oder Partnerkurse – auch als Wochenendkompaktkurse) im Krankenhaus, Geburtshaus oder Hebammenpraxis
  • Akupunktur, Yoga, Babymassage, Beikostberatung und vieles mehr
  • Rückbildungsgymnastik im Krankenhaus, Geburtshaus oder Hebammenpraxis
  • Stillberatung

 

Kostenübernahme

Die Kosten für die Vorsorge und Geburt zahlen die gesetzlichen Krankenkasse. Achtung bei Rufbereitschaft (gilt bei Beleghebammen und Geburtshäusern) – hier gibt es Unterschiede bei den gesetzlichen und privaten Krankenkassen. Teilweise werden die Kosten nur zu einem bestimmten Teil übernommen. Hier sollte man sich frühzeitig mit seiner Krankenkasse auseinander setzen. Ebenso verhält es sich mit den Kosten für Kurse und Sonderleistungen. Hier reicht meist ein kurzer Anruf bei der Krankenkasse – bzw. bieten viele Kassen auch Broschüren für die Leistungen während der Schwangerschaft auf ihren Websiten zum Download an.

 

Was ist wenn ich keine Hebamme finde?

Solltest du trotz eigener Bemühungen keine Hebamme finden, kannst du dich u.a. an ProFamilia oder Unsere Hebammen wenden. Dort kann man eine Unterversorgung eintragen und mit viel Glück findet sich hier noch eine Hebamme. Aber keine Sorge, sollte es gar nicht klappen – du schaffst das auch so. Dann ist ein guter Frauenarzt und vielleicht Hypnobirthing die halbe Miete.

Christin

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