Vorgestellt und nachgefragt

Interview Sandra Fecher, Hebamme

Sandra Fecher Hebamme Henstedt-Ulzburg

Hallo Sandra, du bist die erste, die ich im Rahmen meiner Blogkategorie ,,Nachgefragt und vorgestellt“ mit Fragen löchern darf – das freut mich!

Möchtest du dich vielleicht kurz vorstellen? Wo und mit wem lebst du?

Ich heiße Sandra Kristin Fecher und wohne mit meinem Mann André und meinen 2 Söhnen Elias (5) und Jonas (1) in Henstedt-Ulzburg, ca. 25 km nördlich von Hamburg

Du bist von Beruf Hebamme (also ganz passend zum Blogthema). Was hat dich bewogen diesen verantwortungsvollen Beruf zu erlernen und auszuüben und wie lange machst du das jetzt schon?

Ich muss zugeben, dass ich keine von denen bin, die schon als kleines Mädchen wußten, das sie Hebamme werden wollen. Im Gegenteil, nachdem ich mit 21 Jahren ein mehrwöchiges Praktikum im Kreißsaal gemacht hatte, war ich mir zunächst sicher: „Das ist es nicht“ und habe erstmal 2 Semester Biologie studiert. Dabei habe ich dann aber bemerkt, dass ich doch eher der praktische und nicht so sehr der theoretische Typ bin. Ich wußte damals, das es nicht einfach ist, einen Ausbildungsplatz als Hebamme zu bekommen und habe mich bundesweit beworben. Als ich eine Zusage nach der nächsten bekam (insgesamt 5), dachte ich mir: „Die müssen irgendetwas in mir sehen, was ich (noch) nicht sehe“ und habe die Ausbildung begonnen. Nach wenigen Wochen war mir klar, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Ich liebe meinen Beruf und möchte ihn – trotz manch schlechter Bedingung – gegen nichts eintauschen!
Ich habe meine Ausbildung 2003 abgeschlossen, also schon 13 Jahre.

Wie und wo übst du deinen Beruf aus?

Ich arbeite Teilzeit im Albertinen Krankenhaus in Hamburg. Nebenberuflich mache ich Vor- und Nachsorgen und Schwangerschaftsbegleitung.

Du hast bereits selber 2 Kinder – inwieweit hat dir dein Wissen bei deinen eigenen 2 Geburten und/oder darüber hinaus weitergeholfen?

Aus dem Bauch heraus möchte ich antworten: „Gar nicht!“ Weil man in erster Linie doch Frau und Mutter ist und nicht so sehr Hebamme. Im Wochenbett habe ich auch vieles an mir selber gar nicht bemerkt und war froh, dass ich eine Hebamme hatte, die mich begleitet hat. Was Hormone mit einem machen, kann man letztlich auch erst nachvollziehen, wenn man selber einmal in der Situation war…

Aber natürlich wusste ich zumindest bei der ersten Geburt ein bisschen mehr, was auf mich zukommt (oder zukommen kann), als eine Frau, die zum ersten Mal mit Geburt und Wochenbett konfrontiert ist. Ich war in erster Linie neugierig, selbst einmal zu erfahren, womit ich tagtäglich umgehe…

Wie hat sich der Umgang mit Geburten im Laufe der letzten Jahre verändert?

Das Sicherheitsbedürfnis ist sehr stark gestiegen. Sowohl bei den werdenden Eltern als auch beim Klinikpersonal. Es wird oft nicht mehr akzeptiert, dass Geburt etwas nicht planbares ist. Häufig wird auf „Nummer Sicher“ gegangen- auf Kosten des positiven Geburtserlebnis. Und die Frauen lassen sich ihr Privileg, gebären zu können (nicht „entbunden zu werden“) oft viel zu schnell abnehmen, oder haben von vornherein das Gefühl „das nicht zu schaffen“.

Was sind die häufigsten Fragen, mit denen Schwangere Frauen auf dich zukommen?

Ganz oft haben die Frauen Fragen zu den Mutterpass-Einträgen. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie wenig Zeit sich manche Ärzte nehmen, um den Frauen die Untersuchungen (und auch deren Konsequenzen) zu erklären. Aber auch Fragen zur Ernährung in der Schwangerschaft kommen sehr häufig.

Gibt es so typische Ängste, mit denen sich dir werdende Mamas anvertrauen?

Da ist an erster Stelle natürlich die Angst vor den Schmerzen unter der Geburt. Dicht gefolgt von den Ängsten vor den Veränderungen danach.

Welche Rolle spielen für dich die werdenden Papas in der Schwangerschaft und während der Geburt?

Das ist ganz unterschiedlich. Es gibt sehr engagierte und Interessierte werdende Papas, die gerne in alles mit integriert werden. Die Spanne ich dann mit ein und versuche, sie auf die Veränderungen, die ihre Frau durchmachen wird, vorzubereiten. Und Tipps zu geben, wie sie ihrer Frau am Besten helfen können und welche Dinge sie besser niemals sagen sollen 😉 Und dann gibt es die, die ich gar nicht zu Gesicht bekomme…

Was kannst du werdenden Mamas mit auf den Weg geben?

Habt Vertrauen in euch und euren Körper, lasst die Dinge auf euch zukommen, schaltet euren Kopf aus und plant nicht so viel, es kommt eh meistens ganz anders…

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Liebe Sandra, danke für deine Zeit!

Zum Abschluss: Wie kann man dich denn kontaktieren, wenn man in deiner Region eine Hebamme sucht?

Über Handy (0162 6054362) oder E-Mail (sandrafecher@yahoo.de)

Christin

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