Tragen

Mama bitte trag mich

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Kennt ihr auch die Sprüche: ,,So lernt das Kind nie laufen“ oder ,,Gewöhn das Kind doch gar nicht erst an diese Rumschlepperei“? Viele „tragende“ Mamas müssen sich mit diesen oder auch ähnlichen Sprüchen auseinandersetzen. Aber was ist überhaupt dran an diesen Aussagen? Richtig! Nichts. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass das Tragen des Nachwuchses etwas ganz normales ist – für Kind als auch für die Mutter (Eltern). Evolutionär gesehen ist das Tragen also absolut begründbar. Körperliche Nähe schafft Geborgenheit, Bindung, Sicherheit und Ruhe und verschafft uns als Eltern die Möglichkeit, den alltäglichen Dingen nachzugehen. Ein schöner Nebeneffekt: so schön schunkelnd, wie in Mamas Bauch, schläft es sich hervorragend ein und dem Baby wird die Option gegeben sich Reizen selbst zu entziehen. Ureinwohner oder die Menschen in der Steinzeit würden/wären nie auf die Idee (ge-)kommen ihr Baby irgendwo abzulegen.

Abgelegt zu werden wäre eine lebensbedrohliche Situation. So lässt sich auch heute erklären, warum viele Kinder weinen wenn man sie ablegt – dies nennt sich Kontaktweinen. Der biologische Code der Babys hat sich nicht verändert, nur weil wir jetzt im 21. Jahrhundert leben. Dass das getragen werden noch ganz tief in den Kindern verankert ist zeigt der stark ausgeprägte Greifreflex der Babys. Das kann man ganz klar auf die Affenkinder zurückführen, welche sich in das Fell der Mutter krallten, um nicht zu stürzen.

Der Ausspruch ,,Menschenkinder sind Traglinge“ kommt also nicht von ungefähr.

 

Tragen ist doch sicher schlecht für die Haltung des Kindes

Auch dieses Argument kann man einfach entkräften. Zum einen sieht man direkt das Kinder zum tragen geboren sind wenn man sie hoch hebt. Sie nehmen direkt die richtige Position ein – nämlich die sogenannt Anhock-Spreiz-Haltung (ASH). Es zieht also die Beinchen an. In dieser Haltung passt ein Kind ideal an den Bauch oder die Hüfte der Mama. Der ganze Körper der Babys ist nicht auf langes Liegen ausgerichtet. In der gestreckten Haltung drücken die Oberschenkelknochen auf die Hüftgelenke und dies führt auf Dauer zu Fehlbildungen.

 

Vorteile des Getragen werdens:

  • Getragene Babys schreien weniger
  • Getragene Babys erhalten mehr Nähe, Schutz und  Zuneigung (man kann so sogar stillen!)
  • Der Alltag lässt sich leichter bestreiten, weil man beide Hände frei hat
  • Tragen erleichert und erhält die Bindung zur Mutter (Bonding – gerade bei traumatischen Geburten oder Wochenbettdepressionen)
  • Richtiges Tragen beugt Rückenbeschwerden vor und stärkt den Rücken
  • Getragene Kinder erhalten viel mehr Eindrücke vom Leben und lernen schneller
  • Tragen regt den Stoffwechsel und die Verdauung des Kindes an, gibt Körperwärme und massiert den Bauch – gesamt gesehen sind getragene Kinder weniger krank
  • Tragen beugt eine Verformung des Kopfes vor
  • Tragen beugt Hüftgelenksdysplasien vor bzw. minimiert das Risiko
  • Getragene Kinder sind bestens auf das Laufen vorbereitet, da ihre Hüfte gestärkt ist
  • 60% der befragten Trageeltern geben an, dass ihre Kinder in der Entwicklung weiter sind als nicht-getragene Kinder
  • Im Tuch kann gut gebunden direkt ab Geburt getragen werden – viele Tragen sind da noch nicht zu empfehlen

 

Wie kann ich mein Kind am besten tragen?

Tandem TragenMittlerweile gibt es eine Vielzahl von Tragesystemen und Tragearten. Wenn man auf Nummer sicher gehen möchte, besucht man bereits in der Schwangerschaft eine Trageberatung. Hier kann man sich mit den verschiedenen Systemen vertraut machen und mithilfe einer Puppe schauen, wie die einzelnen Tragehilfen funktionieren. Später – nach der Geburt – kann man diese Beratung einfach nochmal in Anspruch nehmen und testen, was einem und dem Kind am besten passt. DENN! Nicht jede Trage ist für jedes Kind geeignet und nicht jede Mama findet jedes System / Trage gut bzw. bequem.

 

 

Systeme im Überblick:

  • Tuch
  • Ring Sling
  • Wrap Conversion
  • Mei Tei
  • Half Buckle
  • Full Buckle
  • Onbuhimo
  • Podaegi (eher weniger bekannt)

 

Wie finde ich eine Trageberatung in meiner Nähe?

Wenn du bei Google ,,Trageberatung + Wohnort“ eingibst, solltest du schon recht schnell fündig werden. Ansonsten gibt es noch eine Auflistung im Trageportal – inwiefern diese vollständig bzw. aktuell ist, kann ich dir nicht sagen. Die Kosten einer Beratung variieren zwischen ca. 30-55 EUR/Stunde.

 

Allgemeine Tipps zum Tragen:

  • Tragehilfe vorher ausprobieren
  • Kind immer aufrecht tragen
  • Auf die Luftversorgung achten – gerade im Winter!
  • Auf die richtige Bekleidung achten – denk dran, dass du deinem Kind genug Körperwärme abgibst. Regelmäßig im Nacken die Temperatur prüfen. Im Sommer kann man auch auf dünnere Jerseytücher ausweichen
  • Babylegs und Stulpen wärmen im Winter die kleinen Babyfüße
  • Bei Tüchern – verschiedene Bindeweisen üben / ausprobieren
  • Tragekleidung erleichtert den Alltag
  • Wenn der Kopf des Kindes stabil ist, kann ein Kind auch auf dem Rücken getragen werden
  • Baby sollten nicht mit dem Gesicht nach vorne getragen werden – dies ist anatomisch nicht zu empfehlen
  • Tragetücher sind für den Anfang geeigneter, da sie sich optimal der Körperform anpassen und so noch mehr Geborgenheit geben
  • Bei dem Kauf einer Trage sollten nicht ausschließlich auf die Optik wert gelegt werden! Die Trage muss zu dir und deinem Kind passen und bequem sein.

 

Ihr wollt euch ein wenig in der Welt der Tragen umsehen? Dann schaut doch mal im Tragemami-Shop vorbei. Alternativ: Wer auf modische und qualitativ hochwertige Tragehilfen steht, kann sich alternativ auch mal in meinem Lieblingsshop umsehen: Fidella.

 

EIN KIND KANN SICH NICHT AN DAS TRAGEN GEWÖHNEN – DENN ES IST ES GEWÖHNT!

Christin

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2 Comments

  • Reply
    Alexandra
    9. März 2017 at 15:26

    Hey,

    Mein Sohn ist 3 Monate alt und fängt im Kinderwagen immer furchtbar zu schreien an. Wenn ich ihn in der Manduca habe wird er ganz friedlich nur mache ich mir da ein paar Gedanken, weil ich das Gefühl habe, dass ich ihn nicht richtig warm eingepackt bekomme. Trage ihn auch sehr gerne am Körper, weil ich das Gefühl habe, dass ihn das sehr beruhigt wenn er ein bisschen seine Umgebung erkunden kann. Bin irgendwie auf so einer Info-Seite gelandet wo es sog. Tragejacken gibt ( https://tragejacken.com/) Hat da zufällig einer von euch ein bisschen Ahnung? Die sind schon recht teuer, deswegen will ich mir da keinen Unsinn kaufen 🙂 Freue mich über einen guten Tip.

    • Reply
      Christin
      13. März 2017 at 13:13

      Also ich habe eine Tragejacke von Bonprix und bin damit sehr zufrieden. Und jetzt wird es ja auch langsam wärmer. So dick muss man die Mäuse dann gar nicht mehr anziehen. Man gibt ja selbst auch viel Körperwärme ab.

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