Mama & Familie Montessori Mittwoch

Was steckt hinter Montessori?

In den letzten Beiträgen am Montessori Mittwoch habe ich eigentlich schon vorgegriffen, denn wir haben nicht geklärt warum und wie Montessori in der Praxis angewandt wird, sondern es gab bereits konkrete Empfehlungen zur Einrichtung usw. Aber Montessori ist ja viel, viel mehr als das, nämlich eine Form, mit dem Kind als Familie zu leben.

Grundgedanken

Worum geht es bei dieser Form der Pädagogik eigentlich? Bei der „Erziehungsmethode“ (ich mag übrigens dieses Wort gar nicht – manchmal lässt es sich aber nicht vermeiden) von Maria Montessori geht es vor allem darum, das Selbstentfaltungspotential des Kindes zu unterstützen. Eine gut vorbereitete Umgebung – also Wohnung oder Kinderzimmer sorgen dafür, dass das Kind seinem Drang etwas selbst zu tun, nachkommen kann aber natürlich Hilfe bekommt, wenn es sie braucht.

„Das Kind ist nicht ein leeres Gefäß, das wir mit unserem Wissen angefüllt haben und das uns so alles verdankt. Nein, das Kind ist der Baumeister des Menschen, und es gibt niemanden, der nicht von dem Kind, das er selbst einmal war, gebildet wurde.“ M.Montessori

Beobachte mich – hilf mir wenn ich danach frage

Zentraler Punkt ist also immer die Beobachtung des Kindes. Man geht davon aus, dass das Kind geboren wird mit dem natürlichen Drang etwas zu lernen, zu wachsen und sich auszuprobieren. Wir als Eltern sind also in der Pflicht, dass Kind a) zu lassen und b) alles dafür herzurichten, dass das Kind sich frei entfalten darf. Dies kann man über die Tipps und Ideen meiner letzten Beiträge erreichen.

Gib mir Zeit

Maria Montessori entdeckte frühzeitig, dass bereits kleine Kinder zu tiefer Konzentration auf eine bestimmte Sache fähig sind. Dabei gewinnt es einerseits Wissen und Einsichten aber – und das finde ich sehr wichtig – erlangt es Selbstvertrauen. Schaut euch Kinder an, die eine Aufgabe ganz alleine gemeistert haben – sie sind stolz, freuen sich und probieren es immer und immer wieder. Das gelingt nur, wenn wir Eltern unsere Kinder lassen und viel wichtiger, ihnen die Zeit geben sich probieren zu dürfen. Wer kennt die Situation nicht:

Man will los, hat vielleicht einen Termin und zieht in windeseile das Kind an. Warum aber – fangen wir nicht einfach früher an und ermöglichen dem Kind es selbst Schuhe und Jacke anziehen zu können.

Im Grunde ist es ein Problem der modernen Zeit, dass wir Kinder immer weniger selbst erledigen lassen können – wir haben schlichtweg keine Zeit mehr. Sind verplant, im Stress wenn etwas zu lange dauert – uns fehlt die Geduld. Wir sind in unserem perfekten Zeitplan total verplant – nichts weiter.

Entschleunigung

Im ersten Schritt tun wir uns und unseren Kindern also Gutes, indem wir uns und ihnen Zeit geben. Früher anfangen ist die Devise. Wer 15 Uhr einen Termin hat und 20 vor 3 aus dem Haus hetzt – der kann die Augen nicht offen haben für die Bedürfnisse des Kindes, sich selbst zu verwirklichen. Darüber hinaus können wir so selbst Stress vermeiden. Wer hetzt schon gerne.

Das traue ich ihr nicht zu

Ich hatte letztens ein Gespräch darüber, ob denn ein Kind mit meinetwegen 2 Jahren überhaupt schon in der Lage ist entscheiden zu können, was es anziehen will, was es essen möchte oder Interesse hat beim Kochen zu helfen. Das findet man zum Einen nur raus, wenn man es tut (kochen z. B.) und das Kind aktiv einbindet und zeigt, was es schon alles machen kann, wenn es möchte.

Lasst das Kind probieren und wartet, bis es aktiv um Hilfe bittet. Wir trauen unseren Kindern beiweitem viel zu wenig zu – gab es direkt einen Aufschrei, als ich einen ,,Sparschäler“ für Kinder verlinkte. „Das ist doch gefährlich – das gehört nicht in Kinderhände“.

Gerade am Anfang ist es für die Kinder einfacher, aus Optionen wählen zu können „Möchtest du den roten oder den blauen Pullover anziehen?“ „Möchtest du Kartoffeln oder Nudeln essen?“ So grenzen wir die Auswahl ein, die Kinder sind nicht überreizt durch die Fülle an Möglichkeiten – entscheiden aber trotzdem selbst.

Fazit: Wir müssen die Umgebung und Zeit schaffen, unseren Kindern „Aufgaben“ und normale Alltagssituationen zu überlassen. In den nächsten Beiträgen geht es weiter um die Pädagogikhintergründe, Spiele und welche Alltagssituationen die Kinder selbst meistern können.

Christin
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Was steckt hinter Montessori?

von Christin Geschätzte Lesezeit: 3 min
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